Tipp 18.


Maximale Adressennutzung bei Anlagendecodern im digitalem Märklin-Motorola-Betrieb.

 

Neben den 80 Lokadressen, können 256 digitale Adressen für Anlagendecoder bei Märklin digital und System genutzt werden.

Die Schalt- und Weichendecoder k 83 und k 84 mit jeweils 4 Funktionen, von Märklin oder anderen Firmen, verstehen zwar 320 Adressen, aber ihr Ansteuergerät Keyboard, sendet nur 256 digitale Adressen. Das gilt sowohl für das Digitalsystem "Märklin digital" als auch für das "Märklin System".

Die Modellbahnsoftware 60512 von Märklin bzw. die vergleichbare WinDigital 2006, lassen nur einen ansteuerbaren Adressenbereich bis 256 zu.

Die neuen Anlagendecoder k 83 und k 84 mit den Artikelnummern 60830 bzw. 60840, unterscheiden sich zu den älteren Decodern mit den Artikelnummern 6083 bzw. 6084 nur darin, dass die neuen Decoder andere, kleinere Steckeranschlüsse haben, die den neuen Sicherheitsstandards entsprechen.

Die Digitaltechnik mit ihrem Bussytem, bietet den Vorteil der kurzen Leitungslängen zwischen den sendenden Steuergeräten und den empfangenen Anlagendecodern, für die Anlagenfunktionen.

Der preiswerte Einsatz von 4-fach Weichen- Schalt- oder Signaldecodern hat aber, will man bei den kurzen Leitungslängen zu den zu steuernden Anlageteilen bleiben, manchmal den Nachteil, dass man nur 3 von 4 möglichen Decoderfunktionen nutzen kann. Durch die 4 Funktionen des Decoders sind aber 4 Adressen durch die Codierschalter oder der Software gebunden.

Werden nun auf einer Anlage nicht alle möglichen Decoderfunktionen genutzt und jeder Decoder für seinen möglichen 4-fachen Adressenbereich eingestellt, ist man selbst bei kleinen Anlagen, schnell bei der maximal möglichen Adresse von 256 angekommen.

Das gilt besonders für Modulanlagen, die über Stecker und Kupplungen miteinander verbunden werden. Hier kann man nicht z.B. im Modul 1, eine freie Decoderfunktion für ein Anlagenteil im Modul 5 nutzen.

Bevor man aber durch Zusammenlegung einzelner Funktíonen, wie Licht, Rauchgas- und Geräuschgeneratoren etc., Adressen einzusparen versucht, empfiehlt sich der Einsatz eines weiteren Decoders.

Dieser zusätzliche Decoder wird mit derselben Adressierung versehen, die ein anderer Decoder mit einer oder mehreren freien Funktionen bereits hat. An diesem Decoder mit der derselben Adressierung werden natürlich nur Funktionen angeschlossen, die bei dem anderen Decoder frei sind.

Sind z.B. bei einem Decoder 20 mit dem Adressenbereich 77 - 80 im Modul 1, nur die Funktion 1 mit der Adresse 77 und die Funktion 2 mit der Adresse 78 angeschlossen, werden bei einem weiteren Decoder im Modul 5, mit demselben Adressenbereich 77 - 80, nur die Funktion 3 mit der Adresse 79 und die Funktion 4 mit der Adresse 80 angeschlossen.

Die Modellbahnsoftware erkennt bei dieser Vorgehensweise nicht, dass zwei Anlagendecoder dieselbe Adressierung haben, weil sie nur die Belegung von Adressen beachtet. Der Software ist es somit egal, ob 4 Funktionen auf zwei Decoder mit denselben Adressierungsbereich verteilt sind.

Da alle Decoder am "Datenbus hören" ob sie angesprochen werden, ist dann bei verschiedenen Schaltdecodern ein doppeltes "Klicken" der Relais zu hören, aber nur eines der beiden führt, aufgrund des Anschlusses, die Anlagenfunktion aus.

Eine weitere Möglichkeit der Adresseneinsparung bietet sich z.B. bei einer Gleisstrecke mit einer "Überholmöglichkeit" über das parallele Gegengleis an. Hier könnten 4 Weichen über 2 Decoder mit nur 2 Adressen gesteuert werden. Eine Adresse steuert alle 4 Weichen "gerade", während die andere Adresse alle 4 Weichen "abbiegend" steuert. Bei dieser Vorgehensweise erkennt zwar die Modellbahnsoftware eine Adressendoppel-belegung und gibt einen Warnhinweis aus, sie verhindert aber nicht diese Steuerungs-möglichkeit.

Den vollen Bereich von 256 Adressen zu nutzen, ist wahrscheinlich, im Hinblick auf Großanlagen, mit ein Grund, warum Märklin jetzt Weichendecoder mit nur einer Funktion für die C-Gleise anbietet. Auch sind die neuen Lichtsignaldecoder nur mit soviel Adressen zu belegen, wie diese an Signalbildfunktionen ausweisen. Beide Decoder werden mit einem Keyboard, oder mit einem PC über Cu 6021 und  Interface 6051 adressiert.

Die Modellbahnsoftware 60512 von Märklin als auch die WinDigital 2006, kennen die neue Lichtsignalgeneration von Märklin. Hat man z.B. ein Ausfahrsignal mit anmontiertem Vorsignal - Artikel 76395 oder 76397 - so kann man das Vorsignal mit dem folgendem Blocksignal mit gemeinsamen Adressen steuern. Hat also das Blocksignal die Signalbilder Hp0 ( rot ) - Hp1 ( grün ) - Hp2 ( grün/gelb ), dann sollte man die 6 möglichen Signalbilder an beiden Decodern mit 2 gleichen Adressen belegen.

Die erste Adresse steuert am Blocksignal die Bilder Hp0 und Hp1 und am Vorsignal die Bilder Vr0 und Vr1, während die zweite Adresse am Blocksignal Hp2 und am Vorsignal Vr2 steuert. Die Software gibt für diesen Adressierungsvorgang keinen Warnhinweis, hinsichtlich der Doppeladressierung aus.

Den Decodern deren Adressierung über Codierschalter ( Mäuseklavier ) eingestellt werden muss, ist eine Informationsbroschüre beigefügt. In dieser Informationbroschüre fehlt immer die Adressenangabe. Um nicht immer wieder rechnen zu müssen, welcher Adressenbereich z.B. für Decoder 5 einzustellen ist, habe ich mir die nachfolgende Tabelle angefertigt.